Fertigfutter

Mit meiner Beratungsleistung fokussiere ich mich auf eine frische Ernährung von Hunden und Katzen. Doch auch wenn Du dich für ein Fertigfutter entscheidest, möchte ich dir hier ein paar Tipps an die Hand geben, wie du die Qualität beurteilen kannst.

Grundsätzlich ist für die tägliche Fütterung nur ein Alleinfuttermittel geeignet. Hersteller sind mit dieser Deklaration per Gesetzt dazu verpflichtet, sicherzustellen, dass das Futter alle essenziellen Nährstoffe in einer bedarfsgerechten Menge für ein „durchschnittliches Tier“ enthält. Ist ein Futter als Ergänzungsfuttermittel deklariert, ist dies nicht der Fall. 

Fertigfutter gibt es überwiegend als Nass- oder Trockenfutter.

Da Nassfutter einen hohen Wassergehalt haben, sind größere Portionen notwendig, um den Energiebedarf eines Tieres zu decken. Es wird während der Herstellung unter Dampfdruck sterilisiert, sodass in der Regel keine zusätzlichen Konservierungsstoffe nötig sind. Allerdings werden häufig Binde- und Geliermittel für die Konsistenz von Soßen und Gelees eingesetzt. Durch die starke Erhitzung gehen hitzeempfindliche Vitamine verloren, die anschließend durch künstliche Supplementierung wieder zugeführt werden müssen. Wenn ein Hersteller damit wirbt, nur natürlich Zutaten zu verwenden, sollte man also kritisch hinterfragen, ob das Futter dann bedarfsdeckend ist.

Trockenfutter wird aus verschiedenen Zutaten zu einer homogenen Masse verarbeitet, unter hohem Druck in Form gepresst, getrocknet und anschließend meist mit einer Fettschicht überzogen, um die Akzeptanz zu erhöhen und den Nährstoffgehalt zu verbessern. Die Verdaulichkeit von Trockenfutter ist im Allgemeinen geringer als die von Nassfutter, was zu einer größeren Kotmenge führt. Der Energiegehalt ist dagegen im Schnitt höher, weshalb kleinere Portionen gefüttert werden. Durch Erhitzung und Extrusion werden viele natürliche Nährstoffe zerstört, sodass das Futter stark mit synthetischen Vitaminen und Mineralien angereichert werden muss. Aus physiologischer Sicht ist Trockenfutter die am wenigsten naturnahe Fütterungsform für Hunde und Katzen. Die fehlende Feuchtigkeit kann langfristig Nieren und Harnwege belasten. Um die Form zu behalten, ist zudem ein hoher Anteil an Kohlenhydraten und Bindemitteln notwendig. Hunde und insbesondere Katzen sind jedoch an eine protein- und fettreiche Ernährung angepasst und benötigen nur geringe Mengen an Kohlenhydraten. Ein hoher Stärkeanteil kann zu Übergewicht, Zahnstein, Verdauungsproblemen und langfristig sogar zu Insulinresistenz oder Diabetes führen. Wenn du dich für ein Trockenfutter entscheidest, achte besonders auf eine hochwertige Zusammensetzung mit viel Fleisch und wenig Kohlenhydraten und darauf, dass dein Tier genug trinkt.

Wie kannst du die Qualität eines Fertigfutters beurteilen?

Um die Qualität eines Futters bewerten zu können, ist die Deklaration der einzige Anhaltspunkt den wir als Verbraucher haben. Es gibt einige wichtige Kriterien, an denen du die Qualität bewerten kannst: 

  • Transparente Deklaration Achte darauf, dass die Inhaltsstoffe mindestens halboffen deklariert sind, sodass du nachvollziehen kannst, welche Zutaten tatsächlich enthalten sind. 
  • Proteinquelle an ersten Stelle Die Proteinquelle sollte immer an erster Stelle in der Zutatenliste stehen, also den größten Teil des Futters ausmachen.
  • Klare Bezeichnung der Proteinquelle Es sollte eine konkrete Fleischsorte angegeben sein, z. B. Rindfleisch, Putenfleisch oder Lammfleisch. Nur dann handelt es sich um hochwertiges, gut verdauliches Muskelfleisch. Werden hingegen nur Begriffe wie „Rind“, „Pute“ oder „Lamm“ verwendet, kann das gesamte Tier gemeint sein – einschließlich undefinierter Nebenprodukte, die eine geringere Proteinqualität aufweisen und häufig Verdauungsprobleme verursachen können. Gleiches gilt für Fleischmehle: „Geflügelfleischmehl“ ist hochwertiger als „Geflügelmehl“. 
  • Hoher Anteil tierischer Zutaten Als grober Richtwert sollte ein Hundefutter mindestens 60–70 % tierische Zutaten enthalten. Katzen benötigen als reine Fleischfresser 90–95 % tierische Nährstoffe. 
  • Keine unnötigen Zusatzstoffe Hochwertiges Futter kommt ohne künstliche Farb-, Aroma- oder Geschmacksstoffe aus. Ernährungsphysiologische Zusätze wie Vitamine sind jedoch sinnvoll, da ihr natürlicher Gehalt durch den Verarbeitungsprozess beeinträchtigt wird. 
  • Gute Verdaulichkeit Je weniger Kot dein Tier absetzt, desto besser wird das Futter verwertet – ein Zeichen für eine hohe Verdaulichkeit. 

Deklaration von Futtermitteln - Wie transparent ist die Zutatenliste?

Hersteller haben per Gesetz die Wahl, ob sie die Zutaten und die Zusammensetzung ihres Futters detailliert offenlegen oder in Gruppen zusammenfassen. Welche Form der Deklaration ein Hersteller wählt, bleibt ihm überlassen. Die geschlossene Deklaration stellt dabei die gesetzliche Mindestanforderung dar, lässt jedoch kaum Rückschlüsse darauf zu, welche Zutaten genau enthalten sind. Die offene Deklaration hingegen gibt die Inhaltsstoffe und deren Anteile genau an und bietet damit die größtmögliche Transparenz. 

Deklarationsarten im Überblick

Offene Deklaration

  • Zutaten sind einzeln aufgelistet
  • Genaue Angabe der prozentualen Zusammensetzung
  • Die Reihenfolge der Zutaten entspricht ihrem Anteil im Futter (höchster zuerst)
  • größtmögliche Transparenz


Halboffene Deklaration

  • Zutaten sind einzeln aufgelistet
  • keine oder nur oberflächliche Angabe der prozentualen Zusammensetzung
  • Die Reihenfolge kann Mischangaben enthalten (z.B. 50% Fleisch)
  • mittlere Transparenz


Geschlossene Deklaration

  • Zutaten sind in Gruppen zusammengefasst
  • keine Angabe der prozentualen Zusammensetzung
  • Die Reihenfolge der Zutaten entspricht grob dem Anteil im Futter
  • geringe Transparenz



Fleisch & Tierische Nebenprodukte: 

 Was darf rein und was nicht?

Eine häufig verwendete Gruppe innerhalb geschlossener Deklarationen ist “Fleisch und Tierische Nebenprodukte”. Was sich dahinter verbergen kann ist klar geregelt:  Zahlreiche EU-Verordnungen sowie nationale Bestimmungen zum Futtermittelrecht legen genau fest, welche Inhaltsstoffe erlaubt sind und welche nicht. 

Nicht enthalten sein dürfen:

  • Verbotene Stoffe z.B. Tierkot, Verpackungsmaterialien, Klärschlamm
  • Unerwünschte Stoffe z.B. Schwermetalle, Pilzgifte, Pestizide (zugelassene Höchstmengen sind gesetzlich festgelegt)
  • Produkte der Qualitätskategorie 1 Bestandteile von kranken oder mit Krankheitserregern belasteten Tieren 
  • Produkte der Qualitätskategorie 2 Tierbestandteile mit Rückständen von Umweltgiften sowie getötete Haus-, Zoo- oder Labortiere, natürlich verendete oder durch Unfälle gefallene Tiere 


Enthalten sein dürfen: 

Produkte der Qualitätskategorie 3 „Genusstaugliche“ Tierbestandteile, die von Tieren stammen, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind und von einem Amtstierarzt bei der Schlachttier- und Fleischuntersuchung entsprechend freigegeben wurden. 

  • Dazu gehören Teile, die vom Menschen üblicherweise nicht verzehrt werden, wie Innereien, Pansen, Herzmuskelfleisch, Schweinerüssel, Ohren, Zunge, Luft- uns Speiseröhre.
  • Auch Bestandteile, die für den Menschen nicht geeignet sind, dürfen verarbeitet werden, z.B. Stichfleisch, Euter, entleerte Schweinsblasen, Häute, Hufe, Hörner, Borsten, Federn und Grieben
  • Grieben sind fetthaltige Gewebeteile, die bei der Schmalz- bzw. Talgherstellung übrigbleiben. Sie sind zwar proteinreich, enthalten jedoch kaum essenzielle Aminosäuren im Vergleich zu Muskelfleisch oder Innereien. 

Zusatzstoffe im Futter - sinnvoll oder bedenklich?

Zusatzstoffe in Tierfutter sind auf den Verpackungen teils mit unverständlichen Angaben aufgelistet und sorgen oft für Unsicherheit. Doch nicht alle sind automatisch schädlich – einige sind sogar essenziell, während andere aus rein optischen oder geschmacklichen Gründen zugesetzt werden.

  • Sinnvolle Zusatzstoffe Da Fertigfutter stark verarbeitet wird, gehen natürliche Nährstoffe teilweise oder vollständig verloren. Der Zusatz von Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren ist also notwendig, um sicherzustellen, dass das Futter den Nährstoffbedarf der Tiere deckt. Auch probiotische Zusätze zur Unterstützung der Darmflora können sinnvoll sein.
  • Bedenkliche Zusatzstoffe Um Haltbarkeit, Aussehen, Geruch und Geschmack zu verbessern werden künstliche Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe zugesetzt. Diese sind für die Gesundheit des Tieres meist überflüssig oder sogar potenziell problematisch. Einige von ihnen stehen in Verdacht, Allergien auszulösen oder die Nährstoffaufnahme zu beeinträchtigen.  


Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe

Gleichen Nährstoffverluste durch den Verarbeitungsprozess aus 

  • Vitamine: z.B. Vitamin A, Vitamin D, Vitamin E, Folsäure, Vitamin B12 
  • Mineralstoffe: z.B. Calcium, Eisen, Kupfer, Zink, Jod 
  • Aminosäuren: z.B. Lysin, Methionin, Tryptopan, Taurin 


Zootechnische Zusatzstoffe

Sollen die Darmflora verbessern und das Immunsystem stärken.

  • Probiotika: Lactobacillus-Stämme, Bifidobacterium-Stämme, Enterococcus faecium, Bacillus subtilis 
  • Präbiotika: z.B. Pektin, Inulin, FOS, MOS 


Technologische Zusatzstoffe

Sollen das Futter haltbar machen, in die gewünschte Konsistenz bringen und diese beibehalten.


  • natürliche Antioxidantien: Vitamin E, Vitamin C (sind gleichzeitig Ernährungsphysiologische Zusätze)
  • synthetische Antioxidantien: Butylhydroxyanisol E 320 und Butylhydroxytoluol E 321 
  • Konservierungsstoffe: Natriumsorbat E201, Kaliumsorbat E 202, Zitronensäure E 330, Essigsäure E 260 
  • Bindemittel: Zitronensäure, Kieselsäure, u.a. 
  • Säureemulgatoren: Natriumbisulfat, Natriumhydroxid u.a. 


Sensorische Zusatzstoffe 

Sollen das Futter schmackhaft machen, Aussehen, Geruch und Geschmack verbessern.

  • natürliche Farbstoffe: Carotinoide
  • synthetische Farbstoffe: Patentblau, Brillantsäuregrün etc.
  • Aromastoffe (appetitanregend): natürlich = Vanillin, Fenchel, Anis / synthetisch = Glycin (E 640), Natriumglutamat oder Laliumsorbat, das gleichzeitig konservierend wirkt. 
  • Zucker o. zuckerähnliche Stoffe: Fructose, Dextrose, Maltose